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Freiberger & Collegen

Steuerberatungsgesellschaft mbH
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Termine Juli 2013

Bitte beachten Sie die folgenden Termine, zu denen Steuern
und Sozialversicherungsbeiträge fällig werden:

Steuerart

Fälligkeit

Ende der Schonfrist bei Zahlung durch

 

 

Überweisung1

Scheck2

Lohnsteuer,
Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag
3

10.7.2013

15.7.2013

5.7.2013

Kapitalertragsteuer,
Solidaritätszuschlag

Ab
dem 1.1.2005 sind die Kapitalertragsteuer sowie der darauf entfallende
Solidaritätszuschlag zeitgleich mit einer erfolgten Gewinnausschüttung an den
Anteilseigner an das zuständige Finanzamt abzuführen.

Umsatzsteuer4

10.7.2013

15.7.2013

5.7.2013

Sozialversicherung5

29.7.2013

entfällt

entfällt

 

1  Umsatzsteuervoranmeldungen
und Lohnsteueranmeldungen müssen grundsätzlich bis zum 10. des dem
Anmeldungszeitraum folgenden Monats (auf elektronischem Weg) abgegeben werden.
Fällt der 10. auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, ist der nächste Werktag
der Stichtag. Bei einer Säumnis der Zahlung bis zu drei Tagen werden keine
Säumniszuschläge erhoben. Eine Überweisung muss so frühzeitig erfolgen, dass
die Wertstellung auf dem Konto des Finanzamts am Tag der Fälligkeit erfolgt.

2  Bei
Zahlung durch Scheck ist zu beachten, dass die Zahlung erst drei Tage nach
Eingang des Schecks beim Finanzamt als erfolgt gilt. Es sollte stattdessen eine
Einzugsermächtigung erteilt werden.

3  Für
den abgelaufenen Monat, bei Vierteljahreszahlern für das abgelaufene
Kalendervierteljahr.

4  Für
den abgelaufenen Monat; bei Dauerfristverlängerung für den vorletzten Monat;
bei Vierteljahreszahlern ohne Fristverlängerung für das abgelaufene
Kalendervierteljahr.

5  Die
Fälligkeitsregelungen der Sozialversicherungsbeiträge sind einheitlich auf den
drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats vorgezogen worden. Um
Säumniszuschläge zu vermeiden, empfiehlt sich das Lastschriftverfahren. Bei
allen Krankenkassen gilt ein einheitlicher Abgabetermin für die
Beitragsnachweise. Diese müssen bis spätestens zwei Arbeitstage vor Fälligkeit
(d. h. am 25.7.2013) an die jeweilige Einzugsstelle übermittelt werden. Regionale
Besonderheiten bzgl. der Fälligkeiten sind ggf. zu beachten. Wird die
Lohnbuchführung durch extern Beauftragte erledigt, sollten die Lohn- und
Gehaltsdaten etwa 10 Tage vor dem Fälligkeitstermin an den Beauftragten
übermittelt werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Fälligkeit auf einen
Montag oder auf einen Tag nach Feiertagen fällt.

Zahlungsverzug: Höhe der Verzugszinsen

Der Gläubiger kann nach dem Eintritt der Fälligkeit seines
Anspruchs den Schuldner durch eine Mahnung in Verzug setzen. Der Mahnung
gleichgestellt sind die Klageerhebung sowie der Mahnbescheid.

Einer Mahnung bedarf es nicht, wenn

·       für
die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist,

·       die
Leistung an ein vorausgehendes Ereignis anknüpft,

·       der
Schuldner die Leistung verweigert,

·       besondere
Gründe den sofortigen Eintritt des Verzugs rechtfertigen.

Bei Entgeltforderungen tritt Verzug spätestens 30 Tage
nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung ein; dies gilt gegenüber einem
Schuldner, der Verbraucher ist, allerdings nur, wenn hierauf in der Rechnung
besonders hingewiesen wurde.

Im Streitfall muss allerdings der Gläubiger den Zugang der
Rechnung (nötigenfalls auch den darauf enthaltenen Verbraucherhinweis) bzw. den
Zugang der Mahnung beweisen.

Während des Verzugs ist eine Geldschuld zu verzinsen. Der
Verzugszinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte bzw. für Rechtsgeschäfte,
an denen Verbraucher nicht beteiligt sind, acht Prozentpunkte über dem
Basiszinssatz.

Der Basiszinssatz verändert sich zum 1. Januar und
1. Juli eines jeden Jahres um die Prozentpunkte, um welche die Bezugsgröße
seit der letzten Veränderung des Basiszinssatzes gestiegen oder gefallen ist.
Bezugsgröße ist der Zinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der
Europäischen Zentralbank vor dem ersten Kalendertag des betreffenden
Halbjahres.

Aktuelle Basis- bzw. Verzugszinssätze ab 1.7.2010:

Zeitraum

Basiszinssatz

Verzugszinssatz

Verzugszinssatz für Rechtsgeschäfte ohne Verbraucherbeteiligung

1.7. bis 31.12.2010

0,12 %

5,12 %

8,12 %

1.1. bis 30.6.2011

0,12 %

5,12 %

8,12 %

1.7. bis 31.12.2011

0,37 %

5,37 %

8,37 %

1.1. bis 30.6.2012

0,12 %

5,12 %

8,12 %

1.7. bis 31.12.2012

0,12 %

5,12 %

8,12 %

1.1. bis 30.6.2013

-0,13 %

4,87 %

7,87 %

Ab 1.7.2013 höhere Pfändungsfreigrenzen

Durch die Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2013 gelten
ab dem 1. Juli 2013 höhere Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen.
Erhöht werden die geschützten Beträge, die bei einer Zwangsvollstreckung in
Forderungen und andere Vermögensrechte nicht gepfändet werden dürfen.

Der Pfändungsschutz stellt sicher, dass Schuldner auch bei
einer Pfändung ihres Arbeitseinkommens ihr Existenzminimum sichern und die
gesetzlichen Unterhaltspflichten erfüllen können. Die Höhe der Pfändungsfreigrenzen
für Arbeitseinkommen wird jeweils zum 1. Juli eines jeden zweiten Jahres
an die Entwicklung des Grundfreibetrags angepasst. Zuletzt sind die
Pfändungsfreigrenzen zum 1. Juli 2011 erhöht worden. Der steuerliche
Grundfreibetrag hat sich seitdem um 1,57 % erhöht. Hieraus ergibt sich
eine entsprechende Erhöhung der Pfändungsfreigrenzen.

Ab dem 1. Juli 2013 beträgt der monatlich
unpfändbare Grundbetrag 1.045,04 € (bisher: 1.028,89 €). Dieser
Betrag erhöht sich, wenn gesetzliche Unterhaltspflichten zu erfüllen sind, um
monatlich 393,30 € (bisher: 387,22 €) für die erste und um jeweils
weitere 219,12 € (bisher 215,73 €) für die zweite bis fünfte Person.

Auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz kann
eine Broschüre heruntergeladen werden, in der die vom 1. Juli 2013
bis zum 30. Juni 2015 geltenden Pfändungsgrenzen für
Arbeitseinkommen, jeweils gestaffelt nach der Höhe des monatlich, wöchentlich
oder auch tageweise zu leistenden Arbeitslohns sowie nach der Anzahl der
unterhaltsberechtigten Personen, ablesbar sind. Unter Arbeitseinkommen ist das
jeweilige Nettoeinkommen des Schuldners zu verstehen.

Fahrtzeit vom Betrieb zu einer auswärtigen
Arbeitsstelle als vergütungspflichtige Arbeit

Fahrten vom Betrieb zu einer auswärtigen Arbeitsstelle sind
vergütungspflichtige Arbeit, für die eine gesonderte Vergütungsregelung
getroffen werden kann. So entschied das Bundesarbeitsgericht im Fall eines
Elektromechanikers, der für die Fahrtzeiten zur auswärtigen Arbeitsstelle statt
der tariflich vereinbarten „Auslösung” den höheren normalen Stundenlohn
gefordert hatte.

Zu Unrecht, wie das Bundesarbeitsgericht entschied. Für die
Vergütung mit dem normalen Stundenlohn fehlt eine Anspruchsgrundlage. Der
Tarifvertrag enthält für diese Fahrtzeiten eine gesonderte Vergütungsregelung,
die hier als „Auslösung” bezeichnet wurde. Diese kann Entgeltcharakter haben,
wenn sie – wie hier – nicht nur einen erhöhten Aufwand, wie Fahrt-,
Übernachtungs- und Verpflegungskosten abdeckt.

Abzuzinsende Bürgschaftsverpflichtung als nachträgliche
Anschaffungskosten einer Beteiligung

Wird ein wesentlich beteiligter Gesellschafter aus einer
eigenkapitalersetzenden Bürgschaft in Anspruch genommen, entstehen
nachträgliche Anschaffungskosten für diese Beteiligung. Bei Tilgung dieser
Schuld in Raten ergeben sich nur aus dem Tilgungsanteil nachträgliche
Anschaffungskosten. Wird eine solche Teilzahlungsvereinbarung zu einem späteren
Zeitpunkt getroffen, bewirkt dies eine Reduzierung der nachträglichen Anschaffungskosten
in Höhe der Differenz zwischen Nennwert und dem abgezinsten Betrag der
Verbindlichkeit. Die Teilzahlungsvereinbarung und ggf. auch spätere Änderungen
führen zu einer steuerlichen Rückwirkung auf den Zeitpunkt des Entstehens des
Auflösungsverlusts.

(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)

Berufsübliche Einnahmen für eine mehrjährige Tätigkeit rechtfertigen
auch bei zusammengeballtem Zufluss keine Tarifermäßigung

Einem Rechtsanwalt flossen in einem Jahr Einnahmen aus der
mehrjährigen beruflichen Tätigkeit für einen Mandanten zu. Durch den geballten
Zufluss erhöhten sich seine Einkünfte des entsprechenden Jahres um ein
Vielfaches gegenüber den übrigen Jahren. Aus diesem Grund beantragte er die
besondere Versteuerung für außerordentliche Einkünfte. Der Antrag hatte weder
beim Finanzamt noch beim Bundesfinanzhof Erfolg.

Handelt es sich um ein berufstypisches Honorar, kann die
Tarifvergünstigung nicht beansprucht werden. Voraussetzung für die Anwendung
ist ein rechtlich erfolgreich durchgesetzter zusammengeballter Honorarzufluss für
eine mehrjährige Tätigkeit. Es reicht zur Anwendung der Tarifermäßigung nicht
aus, dass ein freiberuflich tätiger Rechtsanwalt sein berufsübliches Honorar für
eine mehrjährige Tätigkeit zusammengeballt in Rechnung stellt und auch vergütet
bekommt. Anders wäre es nur, wenn der Rechtsanwalt sich über mehrere Jahre ausschließlich
einer bestimmten Sache widmet und dafür am Ende seiner Bemühungen eine
einmalige Vergütung erhält. Auch eine sonstige über mehrere Jahre andauernde Tätigkeit
kann bei zusammengeballter Zahlung die Anwendung der Tarifermäßigung
rechtfertigen. Voraussetzung ist dann aber, dass die Einnahme nicht durch die
berufstypische Tätigkeit erzielt wird.

Feststellung eines Verlusts aus privaten Veräußerungsgeschäften
nach Ablauf der Festsetzungsfrist nicht mehr möglich

Eheleute erklärten 2010 im Rahmen einer Selbstanzeige bisher
nicht erklärte Kapitaleinkünfte für 2002 nach und beantragten gleichzeitig einen
Verlustvortragsbescheid wegen 2002 erlittener Verluste aus privaten
Veräußerungsgeschäften. Die Festsetzungsfrist für die Einkommensteuer 2002
war wegen der hinterzogenen Steuern noch nicht abgelaufen. Für die Verluste aus
privaten Veräußerungsgeschäften konnte aber kein entsprechender
Verlustvortragsbescheid mehr erlassen werden, weil hierfür bereits Festsetzungsverjährung
eingetreten war.

(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)

Ist die sog. „Reichensteuer” im Jahr 2007 teilweise
verfassungswidrig?

Der Einkommensteuertarif wurde durch das
Steueränderungsgesetz 2007 ergänzt. Ab dem Jahr 2007 besteht die sog.
„Reichensteuer”. Der Spitzensteuersatz wurde von 42 % auf 45 %
erhöht, sofern das zu versteuernde Einkommen über 250.000 € bei Anwendung
des Grundtarifs (Alleinstehende) oder über 500.000 € bei Anwendung des
Splittingtarifs (zusammenveranlagte Eheleute) liegt. Ausgenommen von der
Anhebung des Spitzensteuersatzes waren im Jahr 2007 die Gewinneinkünfte
(Einkünfte aus Land‑ und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger
Arbeit). Dazu wurde über eine besondere Vorschrift ein Entlastungsbetrag
eingeführt.

Das Finanzgericht Düsseldorf ist der Auffassung, dass die
„Reichensteuer” teilweise verfassungswidrig ist und hat diese Frage dem
Bundesverfassungsgericht zur Klärung vorgelegt. Das Finanzgericht hält die
Privilegierung der Gewinneinkünfte gegenüber den anderen Einkünften nicht für gerechtfertigt,
hält dies für eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung.

Das Bundesverfassungsgericht hat nun die Aufgabe, über die
Verfassungsmäßigkeit der „Reichensteuer” im Jahr 2007 zu entscheiden.

Anmerkung: Das Finanzgericht hat keine verfassungsrechtlichen
Bedenken, wenn der Steuersatz von 45 % für alle Einkunftsarten gelten
würde.

Rückstellung wegen zukünftiger Betriebsprüfungen bei
Großbetrieben

Der Bundesfinanzhof hatte entschieden, dass in der Bilanz
einer als Großbetrieb eingestuften Kapitalgesellschaft Rückstellungen für
zukünftige Außenprüfungen grundsätzlich zu bilden sind. Die Finanzverwaltung
will die Grundsätze dieses Urteils allgemein anwenden.

Die Verpflichtung zur Rückstellungsbildung gilt allerdings
nur für Großbetriebe, für die jeweils Anschlussprüfungen nach der
Betriebsprüfungsordnung vorgesehen sind. Für die Bildung der Rückstellung
dürfen nur Aufwendungen herangezogen werden, die im direkten Zusammenhang mit
der zu erwartenden Betriebsprüfung stehen. Dazu gehören z. B. die Rechts- und
Steuerberatungskosten.

(Quelle: Bundesministerium der Finanzen)

Verpflegungsmehraufwand für einen Unternehmensberater

Ein selbstständig tätiger Unternehmensberater betreute für
eine GmbH in den Monaten Oktober bis Dezember 1998 und im gesamten Jahr
1999 ein Objekt für ein Unternehmen in der Stadt B. Meistens blieb er von
Dienstag bis Donnerstag in der Stadt und übernachtete auch dort. An einigen
Tagen arbeitete er auch in seiner Wohnung und an 27 Tagen im Jahr besuchte er
andere Kunden. Das Finanzamt lehnte den Abzug der 1999 beantragten Pauschalen
für Verpflegungsmehraufwendungen für die Tätigkeit in der Stadt B ab, weil die
Tätigkeit bereits zu Beginn des Kalenderjahres länger als drei Monate
angedauert hatte.

Der Bundesfinanzhof bestätigte die Ansicht des Finanzamts.
Eine rechtlich relevante Unterbrechung des Dreimonatszeitraums muss mindestens
vier Wochen andauern. Die Tätigkeiten bei anderen Kunden und die im eigenen
Büro erfüllten diese Voraussetzungen aber nicht.

Hinweis: Die Regelung gilt auch in der Neufassung des
Einkommensteuergesetzes ab 2014.

Voraussetzungen für erhöhte Absetzungen bei
Baudenkmalen

Um erhöhte Absetzungen bei Gebäuden in Sanierungsgebieten und
städtebaulichen Entwicklungsbereichen oder bei Baudenkmalen in Anspruch nehmen
zu können, sind einige Voraussetzungen zu beachten. So ist z. B. der
Abschluss eines obligatorischen Erwerbsvertrags oder eines gleichstehenden
Rechtsakts notwendig.

Der Bundesfinanzhof hatte folgenden Fall zu entscheiden:

An ein notariell beurkundetes Vertragsangebot vom
10. Juli 2003 hielt sich ein Bauträger für vier Monate gebunden. Das
Angebot wurde am 11. November 2003 angenommen. Die Finanzverwaltung
erkannte von den Baumaßnahmen von 90.391 € lediglich 26.829 € als
begünstigt an. Die in der Zeit vom 10. Juli  bis zum 10. November 2003
angefallenen nachträglichen Herstellungskosten von rd. 63.000 € wurden
nicht anerkannt.

Das Gericht bestätigte die Ansicht des Finanzamts, weil die
Annahme eines notariellen Kaufangebots nach Ablauf seiner befristeten
Unwiderruflichkeit keinen gleichstehenden Rechtsakt im Sinne der
einkommensteuerrechtlichen Vorschriften darstellt. Das Vertragsangebot vom
10. Juli 2003 stellte keinen gleichstehenden Rechtsakt dar. Deshalb
waren auch nur die nach der Annahme des Vertragsangebots angefallenen
nachträglichen Herstellungsaufwendungen begünstigt.

Hinweis: Vor Beginn solcher Baumaßnahmen und vor
Abschluss von Verträgen dieser Art sollte unbedingt mit dem Steuerberater
gesprochen werden, damit die Vorgehensweise im Einzelnen besprochen werden
kann.

Kein generelles Verbot von Hunde- und Katzenhaltung in
Formularmietverträgen

Vermieter dürfen nicht generell die Haltung von Hunden und
Katzen in Mietwohnungen verbieten. Derartige Formularklauseln in Mietverträgen
stellen eine unangemessene Benachteiligung der Mieter dar und sind deshalb
unwirksam. Erforderlich ist vielmehr eine Abwägung der Interessen im
Einzelfall. Dies hat der Bundesgerichtshof entschieden.

Das Gericht gab der Klage eines Mieters statt, der in der
Wohnung einen kleinen Mischlingshund halten wollte, obwohl dies nach dem
Mietvertrag untersagt war. Die Unwirksamkeit einer solchen Klausel führt aber
nicht dazu, dass der Mieter Hunde oder Katzen ohne Rücksicht auf andere halten
darf. Vielmehr muss eine umfassende Abwägung der im Einzelfall betroffenen
Belange und Interessen der Mietvertragsparteien, der anderen Hausbewohner und
der Nachbarn erfolgen.

Einkünfte aus Gewerbebetrieb stets
sozialversicherungsrechtliches Arbeitseinkommen

Liegt eine so genannte Betriebsaufspaltung vor und werden
deshalb vom Finanzamt Einkünfte aus der Verpachtung von Grundstücken
steuerrechtlich als Einkünfte aus Gewerbebetrieb gewertet, handelt es sich im
sozialversicherungsrechtlichen Sinne um Arbeitseinkommen, das bei der
Beitragsbemessung von freiwillig Versicherten in der gesetzlichen Kranken- und
Pflegeversicherung zu berücksichtigen ist. Das hat das Landessozialgericht
Baden-Württemberg entschieden.

Nach Auffassung des Gerichts steht dem auch die
höchstrichterliche Rechtsprechung nicht entgegen, wonach das
sozialversicherungsrechtliche Einkommen nur Einkünfte erfasst, die aus einer
mit persönlichem Einsatz verbundenen Tätigkeit herrühren. Damit habe das
Bundessozialgericht nur die Abgrenzung zu Einkommen aus Vermietung und
Verpachtung oder Einkünften aus Kapitalvermögen vornehmen wollen.

Einkünfte aus Gewerbebetrieb rechnen nach dieser Entscheidung
immer zum Arbeitseinkommen. Die sozialrechtlich relevanten Einnahmen aus einer
selbstständigen Tätigkeit („Arbeitseinkommen”), auf deren Erzielung eine
derartige Tätigkeit gerichtet sein muss, sind identisch mit dem nach den
allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelten
Gewinn. Gewinn in diesem Sinne sind jeweils die steuerrechtlich maßgeblichen
Einkünfte nicht nur aus selbstständiger Arbeit, sondern auch aus Land- und
Forstwirtschaft und aus Gewerbebetrieb.

Aufteilung eines Gesamtkaufpreises bei Sparmenüs

Imbissstuben und Fast-Food-Ketten bieten oft sog. Sparmenüs
an, sodass die Kunden für Speisen und Getränke einen insgesamt verbilligten
Preis zahlen. Dies führt zu Problemen, wenn der Kunde das Sparmenü zum Verzehr
außer Haus erwirbt. Bei Außer-Haus-Verkäufen werden Speisen mit dem ermäßigten
Umsatzsteuersatz, Getränke dagegen mit dem vollen Umsatzsteuersatz besteuert.
Auch bei einem Sparmenü liegen dann zwei Lieferungen vor, die in zwei
Entgeltbestandteile (entsprechend den Steuersätzen) aufzuteilen sind.

Nach einem Beschluss des Bundesfinanzhofs ist danach eine
lineare Verteilung des Rabattbetrags für das Sparmenü nach den (normalen)
Einzelverkaufspreisen vorzunehmen. Eine andere Aufteilung könnte zu einer steuerlich
missbräuchlichen Preisbildung führen.

Unternehmer treffen hohe Sorgfaltspflichten bei Barverkauf
eines hochwertigen Pkw im Rahmen einer innergemeinschaftlichen Lieferung

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine
innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei. Hat der Unternehmer die Lieferung,
obwohl die Voraussetzungen nicht vorliegen, fälschlicherweise als steuerfrei
behandelt, kann er gegebenenfalls eine Vertrauensschutzregelung in Anspruch
nehmen. Dafür muss die Inanspruchnahme der Steuerbefreiung auf unrichtigen
Angaben des Abnehmers beruhen und der Unternehmer hätte die Unrichtigkeit
dieser Angaben auch bei Beachtung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns
nicht erkennen können dürfen. Wegen der großen umsatzsteuerrechtlichen
Missbrauchsgefahr sind bei der innergemeinschaftlichen Lieferung eines
hochwertigen Pkw bei Abholung durch einen Beauftragten gegen Barzahlung
besonders hohe Anforderungen an die Nachweispflichten zu stellen. Den hohen
Sorgfaltspflichten ist nicht genügt, wenn der Unternehmer auffälligen
Unterschieden zwischen der Unterschrift des Abholers unter der
Empfangsbestätigung und der Unterschrift auf dem vorgelegten Personalausweis
nicht nachgeht.

(Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofs)

Unzulässige Ablehnung einer
Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer ohne Verdachtsmomente für betrügerische
Absichten des Antragstellers

Einem Antragsteller darf die Zuteilung einer
Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer ohne objektive Verdachtsmomente für eine
Verwendung zu steuerhinterzieherischen Zwecken nicht verweigert werden. Dies
hat der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften entschieden.

Die Behauptung der Steuerverwaltung, dass der Antragsteller
nicht über die materiellen, technischen und finanziellen Mittel verfüge, um die
angegebene Tätigkeit auszuüben, reicht nicht aus. Dies gilt selbst dann, wenn
der Antragsteller bereits mehrfach Mehrwertsteuer-Identifikationsnummern
erhalten hat, die nie zu einer wirtschaftlichen Tätigkeit geführt haben.

Richtlinienkonform hat jeder Unternehmer die Aufnahme, den
Wechsel und die Beendigung seiner Tätigkeit anzuzeigen. Daraufhin ist die
Steuerverwaltung verpflichtet, jeweils eine individuelle
Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer zu erteilen. Um die missbräuchliche
Verwendung der Identifikationsnummern zu verhindern, können die Mitgliedstaaten
Kontrollmaßnahmen ergreifen. Sie dürfen einem Unternehmer den Vorsteuerabzug
für zukünftig beabsichtigte Umsätze aber nicht versagen.

Hinweis in eigener Sache

In der Kanzleinachrichten-Ausgabe Juni 2013 ist im Artikel
„Ehrenamt: Neuregelungen gelten rückwirkend ab dem 1.1.2013” die
Übungsleiterpauschale mit 2.100€ angegeben. Tatsächlich beträgt diese 2.400€.
Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.